Markenentwicklung in der Hotellerie: Wie Storytelling Ihre Hotelmarke stärkt

Laura Fendrich

Markenentwicklung in der Hotellerie: Wie Storytelling Ihre Hotelmarke stärkt

Einführung: Warum Geschichten für Markenentwicklung im Hotel so mächtig sind

Es ist ein verregneter Freitagabend im Oktober 2025. Eine Familie fährt nach sechs Stunden Autofahrt erschöpft auf den Parkplatz eines kleinen Landhotels im Kitzbühel. Die Kinder quengeln, die Eltern sind gestresst vom Berufsalltag. Doch als sie die Eingangstür öffnen, empfängt sie der Duft von frisch gebackenem Apfelstrudel, warmes Licht und eine Gastgeberin, die ihren Namen kennt und fragt: „Habt ihr die Baustelle bei Kirchberg gut umfahren?” In diesem Moment beginnt keine Übernachtung. Es beginnt eine Geschichte.

Menschen reagieren auf Geschichten intensiver als auf Fakten – Studien zeigen, dass wir Informationen in Geschichten bis zu 22-mal besser erinnern als reine Daten. Das hat einen einfachen Grund: Geschichten aktivieren Emotionen, und emotionen steuern Entscheidungen. Gäste wählen kein Bett, kein Quadratmeter-Angebot und keine Sternekategorie. Sie wählen ein Gefühl, ein Versprechen, eine Verwandlung. Genau hier setzt die Markenentwicklung Hotellerie an: Storytelling ist nicht schmückendes Beiwerk, sondern der lebendige Kern einer unverwechselbaren Hotelmarke.

Was bedeutet Markenentwicklung in der Hotellerie konkret?

Der begriff Markenentwicklung beschreibt einen langfristigen, strategischen Prozess. Es geht darum, aus einem Hotel – mit seinen Zimmern, seinem Restaurant, seiner Lage – eine unverwechselbare marke zu formen. Eine definition, die oft missverstanden wird: Markenentwicklung ist nicht das Logo, nicht die Farbpalette auf der Website, nicht der Slogan auf der Broschüre. Sie umfasst all das, aber ihr fundament liegt tiefer: in der Haltung des Hauses, im Erlebnis, das Gäste machen, in den Emotionen, die sie mitnehmen.

Markenentwicklung unterscheidet sich grundlegend von reinem Marketing. Marketing fragt: „Wie kommunizieren wir unser Angebot?” Markenentwicklung fragt vorher: „Wer sind wir, wofür stehen wir, und warum sollte jemand zu uns kommen statt zum Hotel nebenan?” Damit bildet sie die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen – von branding Kampagnen über Social-Media-Posts bis zur Gestaltung der Speisekarte.

Die konkreten Elemente einer Markenstrategie in der Hotellerie umfassen:

Elemente der Markenentwicklung in der Hotellerie und ihre Bedeutung

Der Markenkern beschreibt, was das Hotel im Innersten ausmacht – seine Identität und Einzigartigkeit. Die Positionierung definiert den Platz, den das Hotel im Kopf der Gäste einnimmt, also wie es wahrgenommen wird. Die Zielgruppen geben an, welche Menschen das Hotel ansprechen möchte, während die Werte zeigen, wofür das Haus steht, zum Beispiel Nachhaltigkeit, Familienfreundlichkeit oder Genuss. Das visuelle Erscheinungsbild umfasst alle sichtbaren Elemente wie Logo, Farben, Typografie und Bildstil, die das Hotel repräsentieren. Die Tonalität beschreibt, wie das Hotel in Texten und Gesprächen klingt und wirkt. Schließlich umfasst die Guest Journey das gesamte Erlebnis, das Gäste vom Zeitpunkt der Buchung bis zur Abreise durchlaufen.

Gerade familiengeführte Hotels tragen oft ein unschätzbares Kapital in sich: gewachsene Geschichten über Generationen, regionale Verwurzelung, persönliche Beziehungen zu Gästen und Lieferanten. Diese Geschichten existieren häufig – aber unbewusst. Sie werden am Frühstückstisch erzählt, nicht auf der Website. Genau hier beginnt strategische Markenbildung: das Bewusstmachen und gezielte erzählen dessen, was das Haus bereits ausmacht.

Was ist Storytelling im Hotel-Kontext – und was nicht?

Storytelling Hotel bedeutet: gezielt Geschichten erzählen, die zeigen, wofür das Haus steht und welche Verwandlung Gäste dort erleben können. Es bedeutet nicht, eine Liste von Ausstattungsmerkmalen in schöne Worte zu verpacken.

Der Unterschied ist fundamental. „Über das Hotel reden” klingt so: „Unser Haus verfügt über 28 Zimmer, ein Wellnessbereich von 400 Quadratmetern und ein Restaurant mit regionaler Küche.” Eine echte brand Story Hotel erzählt anders: „Als meine Großeltern 1974 den alten Bauernhof übernahmen, träumten sie davon, einen Ort zu schaffen, an dem gestresste Stadtmenschen wieder durchatmen können. Heute, drei Generationen später, sitzen immer noch jeden Abend Gäste auf derselben Terrasse, blicken auf dieselben Berge – und finden dieselbe Ruhe.”

Typische Story-Quellen für hotels liegen näher, als viele denken:

  • Geschichte des Hauses: Der Umbau eines Bauernhofs 1989 zum Landhotel, die Erweiterung 2012, die Renovierung des Spa-Bereichs 2023
  • Gastgeberfamilie: Wer führt das Haus? Welche Generationen haben es geprägt?
  • Region: Welche Landschaft, welche Traditionen, welche Produkte umgeben das Hotel?
  • Werte: Nachhaltigkeit, Familienfreundlichkeit, Genuss, Entschleunigung
  • Rituale: Das Sonntagsfrühstück mit Live-Musik, der Willkommensdrink, das Lagerfeuer am Samstagabend

Ein entscheidender Punkt, der im weiteren Verlauf vertieft wird: In jeder guten Hotelstory ist der Gast der Held. Das Hotel ist die Bühne und der Begleiter – der „Guide”, der dem Helden auf seiner Reise hilft.

Storytelling & Markenentwicklung: Wie Geschichten Ihre Hotelmarke prägen

Konsequentes Storytelling ist kein Marketingtrick. Es ist ein Werkzeug der Markenentwicklung Hotellerie, das auf mehreren Ebenen wirkt.

Differenzierung: In einem Markt, in dem hunderte Hotels ähnliche Zimmer, ähnliche Preise und ähnliche Wellnessbereiche anbieten, sind Geschichten der stärkste Hebel zur Unterscheidung. Zwei ähnlich gelegene Alpenhotels mit vergleichbarer Ausstattung: Das eine erzählt die Geschichte von drei Generationen Gastgebern, die jeden Gast persönlich begrüßen. Das andere wirbt mit der Größe des Spa-Bereichs. Welches Haus bleibt im Gedächtnis? Welches würden Sie Freunden weiterempfehlen?

Emotion & werte: Geschichten transportieren Werte organischer als jede Bulletpoint-Liste. Wenn Sie erzählen, wie die Seniorchefin jeden Morgen um sechs Uhr persönlich das Brot beim Dorfbäcker abholt, kommunizieren Sie Regionalität, Qualität und persönliches Engagement – ohne diese Worte je zu benutzen.

Wiedererkennung: Eine Marke lebt von Wiedererkennung. Wiederkehrende Story-Elemente – das Symbol der drei Generationen, das Ritual des Willkommensdrinks, die Figur der Frühstücksköchin Maria – schaffen Anker im Gedächtnis der Kunden. Gäste erkennen „ihr” Hotel in jedem Post, jeder Mail, jedem Anruf wieder.

Markenidentität: Vom Bauchgefühl zur erzählbaren Marke

Viele Hoteliers haben ein klares Bauchgefühl für ihre Markenidentität. Sie wissen, was ihr Haus besonders macht. Aber sie haben es nie aufgeschrieben, nie in Worte gefasst, die auch Mitarbeiter und Gäste verstehen und weitertragen können.

Der erste Schritt: Definieren Sie 3–5 zentrale Markenelemente schriftlich. Nicht als Marketingtext, sondern als interne Leitplanken. Zum Beispiel:

  • Familienzeit
  • Ruhe finden
  • Regionale Verwurzelung
  • Genuss ohne Schnörkel
  • Echte Begegnung

Diese Stichworte lassen sich in eine kurze, erzählbare Brandstory überführen – maximal 5–7 Sätze:

„Unser Hotel ist seit 1983 ein Ort, an dem Familien zur Ruhe kommen. Drei Generationen unserer Familie haben dieses Haus geprägt – und jede hat etwas hinzugefügt, ohne das Wesentliche zu verändern: echte Gastfreundschaft, regionale Küche, Zeit für Gespräche. Wenn Sie abreisen, nehmen Sie mehr mit als Erholung. Sie nehmen ein Stück Heimat mit.”

Positionierung durch Geschichten statt durch Sterne

Gäste wählen Hotels nach Gefühlen und Positionierung, nicht nach Sternekategorien allein. Ein 3-Sterne-Hotel mit klarer story kann mehr begehrt sein als ein gesichtsloses 4-Sterne-Haus.

Ein Boutique-Hotel in einer Kleinstadt in Salzburg positioniert sich als „das Haus für bewusste Auszeiten”. Jede Kommunikation – von der Website über Instagram bis zur Speisekarte – erzählt diese Geschichte: ruhige Farben, langsame Rezepte, Porträts von Gästen, die beim Lesen auf der Terrasse versunken sind. Der Preis ist nicht niedrig, aber die Empfänger der Botschaften verstehen sofort: Hier geht es nicht um Schnäppchen, sondern um Wert.

Im Kontrast: Ein Hotel ohne klare Story wirkt „von allem ein bisschen” – ein wenig Wellness, ein wenig Business, ein wenig Familie. Solche Häuser sind schwer im Kopf der Gäste zu verankern. Sie werden gebucht, wenn der preis stimmt, aber selten weiterempfohlen.

Die Rolle von Storytelling im täglichen Hotelmarketing

Storytelling ist nicht nur für aufwendige Imagefilme gedacht. Es wirkt in allen Kanälen des täglichen Hotelmarketing Emotionen weckend und vertrauensbildend – von der Website über Social Media bis zum persönlichen Newsletter.

Der klassische Perspektivwechsel verdeutlicht den unterschied:

Klassische Kommunikation beschreibt Angebote oft nüchtern und sachlich, zum Beispiel: „3 Nächte + Halbpension ab 299 €“, „Neues Spa mit Panoramasauna“ oder „Familienfreundlich mit Kinderbetreuung“.

Story-basierte Kommunikation hingegen erzählt Erlebnisse und Gefühle: „Ein Wochenende, das sich wie ein Neuanfang anfühlt“, „Der Moment, wenn Sie morgens um sieben allein in der Sauna sitzen und die Berge erwachen sehen“ oder „Während Ihre Kinder mit unserer Betreuerin Kühe streicheln, haben Sie endlich Zeit für das Buch, das seit Monaten auf dem Nachttisch liegt“.

Geschichten ersetzen keine Preis-Kommunikation, aber sie ergänzen sie so, dass der Preis zur Nebensache wird und eine emotionale Verbindung zum Gast entsteht.

Geschichten ersetzen keine Preis-Kommunikation – aber sie ergänzen sie so, dass der Preis zur Nebensache wird. Studien zeigen, dass story-basierte Inhalte 22 % höhere Engagement-Raten erzielen und 15–20 % mehr Buchungen generieren können.

Storytelling auf der Hotel-Website

Die Website ist oft der erste Kontaktpunkt. Beginnen Sie nicht mit Zimmerkategorien, sondern mit der Kern-Story Ihres Hauses in 5–8 Sätzen. Die Startseite sollte ein Gefühl vermitteln, nicht eine Preisliste.

Empfohlene Unterseiten für eine story-getriebene Website-Struktur:

  • „Unsere Geschichte”: Gründungsjahr, Wendepunkte, Meilensteine mit konkreten Jahreszahlen (z. B. Gründung 1974, Umbau 2018, neues Restaurant 2023)
  • „Ihre Gastgeber”: Echte Fotos, persönliche Worte, keine Stock-Bilder
  • „Unser Versprechen”: Was Gäste erwarten können – und was nicht

Call-to-Actions lassen sich in Geschichten einbetten: „Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens in den Bergen auf, der Kaffee duftet bereits, und niemand erwartet etwas von Ihnen…” – Buchungsbutton direkt darunter.

Ein wichtiger Hinweis zur Sprache: Vermeiden Sie Floskeln wie „Oase”, „Juwel”, „einzigartig”, „wo keine Wünsche offen bleiben”. Solche leeren Ausdruck-Formeln signalisieren, dass sich niemand Mühe gegeben hat, wirklich über das Haus nachzudenken.

Social Media & Reels: Kurze Geschichten, starke emotionen

Statt nur Zimmer und Teller zu posten, erzählen Sie Mini-Stories in 15–30 Sekunden. Social Media lebt von Authentizität und schnellen emotionalen Ankern.

Konkrete Format-Ideen:

  • „Ein Tag mit unserer Frühstücksköchin Maria”
  • „Vorher–Nachher: Erschöpft anreisen, erholt abreisen”
  • „Warum Familie Müller seit 2009 jedes Silvester bei uns feiert”
  • „Der Moment, wenn der erste Schnee fällt” (jährlich wiederkehrend)

Achten Sie auf einheitliche Bildsprache und Tonalität. Jedes Reel, jede Story sollte sofort als „Ihr Hotel” erkennbar sein – durch wiederkehrende Farben, musik, Figuren oder Orte.

Newsletter & Direktkommunikation mit Gästen

Der Newsletter ist kein Angebotskanal. Er ist ein Beziehungskanal.

Beginnen Sie nicht mit „Angebot des Monats”, sondern mit einer kleinen Geschichte. Zum Beispiel:

„Letzten Heiligabend saßen um 23 Uhr noch drei Familien in unserer Stube. Die Kinder schliefen auf den Sofas, die Erwachsenen redeten leise. Es war einer dieser Momente, für die wir dieses Hotel führen.”

Erst danach folgt das Angebot – mit Link zum Buchen. Die Reihenfolge ist entscheidend: Erst Emotion und bild im Kopf, dann die lösung (Buchung).

Weitere Newsletter-Ideen:

  • „Die Geschichte hinter unserem neuen Herbstmenü”
  • „Warum Familie X seit 15 Jahren zu Silvester kommt”
  • „Unser neuer mitarbeiter stellt sich vor”

Elemente einer guten Hotel-Story

Jede starke Hotelstory beruht auf klaren, wiederkehrenden Bausteinen. Diese Elemente lassen sich aus der klassischen literatur und dem journalismus auf die Hotellerie übertragen:

Elemente einer guten Hotel-Story sind zentral für die Markenentwicklung in der Hotellerie. Dazu gehören der Held, der Gast mit seinen Sehnsüchten; der Guide, das Hotel als hilfreicher Begleiter; das Problem oder die Sehnsucht, wie Stress, Distanz, Erschöpfung oder die Suche nach Ruhe; die Transformation, also die Verwandlung hin zu Erholung, Verbindung und neuer Energie; sowie das Setting, bestehend aus dem Hotel, der Region und der Jahreszeit.

Authentizität ist wichtiger als perfekte Form. Echte, unperfekte Geschichten schlagen geschliffene Marketingtexte.

Held und Guide: Der Gast im Mittelpunkt, das Hotel als Begleiter

Der Gast ist immer die Hauptfigur. Die gestresste Managerin, die endlich schlafen will. Die Familie mit kleinem Kind, die gemeinsame Zeit sucht. Das Paar auf Jubiläumsreise, das wieder zueinander finden möchte.

Das Hotel ist der „Guide” – es bietet lösungen, Rituale, Orte und menschen, die den helden auf seiner Reise unterstützen. Es ist nicht der Held selbst.

Ein konkretes Mini-Beispiel: Ein Paar bucht nach einem schweren Jahr ein Wochenende im Januar. Sie haben kaum noch miteinander geredet zu Hause. Am ersten Abend sitzen sie lange allein am Kamin, am zweiten Abend reden sie wieder. Am dritten Tag schreiben sie eine Postkarte an ihre Kinder und lächeln. Das Hotel hat nichts Spektakuläres getan – aber es hat Raum geschaffen.

Sehnsüchte, Probleme und die versprochene Verwandlung

Typische Sehnsüchte von Hotelgästen:

  • Ruhe und Entschleunigung
  • Nähe zur Familie
  • Zeit zu zweit
  • Naturerlebnis
  • Inspiration und Kreativität
  • körperliche Erholung
  • Rückzug von digitaler Dauerbeschallung

Jede gute Story zeigt, wie sich das leben des Gasts zwischen Check-in und Check-out ein kleines Stück verändert:

  • Von überreizt zu geerdet
  • Von gestresst zu verbunden
  • Von distanziert zu im Gespräch
  • Von erschöpft zu energetisiert

Nutzen Sie konkrete Bilder: „Am Sonntagmorgen beim letzten Kaffee auf der Terrasse, wenn Sie merken, dass Ihre Schultern endlich unten sind.”

Authentizität: Weg von Floskeln, hin zu echten Momenten

Vermeiden Sie typische Hotel-Floskeln:

  • „Wo keine Wünsche offen bleiben”
  • „Ihre Wohlfühloase”
  • „Traumlage am See”
  • „Ankommen und Wohlfühlen”
  • „Ein unvergessliches Erlebnis”

Stattdessen: Echte Szenen, echte menschen, konkrete Details.

Statt: „Unsere Küche verwöhnt Sie mit regionalen Köstlichkeiten.” Besser: „Unsere Seniorchefin probiert jeden Nachmittag um 16 Uhr den selbst gebackenen Apfelstrudel. Wenn er nicht exakt so schmeckt wie 1983 bei der Eröffnung, gibt es ihn nicht auf der Karte.”

Auch Brüche und Unperfektes dürfen erzählt werden – solange sie wertschätzend geschildert sind: „Unser altes Haus knarzt manchmal nachts. Gäste fragen dann: ‚Wer läuft da?’ Niemand. Das ist nur das Holz, das atmet.”

Praxisbeispiele & Story-Ideen für Ihr Hotel

Jeder Hoteltyp hat Story-Potenzial – Stadt-, Land-, Wellness-, Business-, Familienhotel. Die folgenden Beispiele lassen sich auf unterschiedliche bereiche anpassen.

Geschichten über Mitarbeiter:innen

Mitarbeiter sind das Gesicht der marke. Porträts von langjährigen Teammitgliedern schaffen Vertrauen und machen das Hotel menschlich.

Fragen für Mitarbeiter-Stories:

  • „Seit wann arbeitest du hier?”
  • „Was war dein schönster Gästemoment?”
  • „Was machst du, wenn gerade keine Gäste da sind?”

Beispiel: Maria arbeitet seit 2003 an der Rezeption. Sie kennt die Stammgäste mit namen, weiß, wer Allergien hat, und erinnert sich an Hochzeiten, Jubiläen, erste Urlaube mit Kindern. Ein kurzes Porträt auf der website – drei Sätze, ein echtes Foto – erzählt mehr über das Hotel als jede feature-Liste.

Diese Porträts funktionieren auf der website, in Social media und in gedruckten Broschüren.

Gästeerlebnisse: Kleine Episoden mit großer Wirkung

Erzählen Sie typische, wiederkehrende Gästeerlebnisse – ohne Übertreibung, ohne Kitsch.

  • Das erste Skierlebnis eines Kindes
  • Der Heiratsantrag auf der Hotelterrasse
  • Die Familie, die jedes Jahr im August im selben Zimmer wohnt

Wichtig: Datenschutz beachten, Namen anonymisieren oder Einverständnis einholen.

Eine Beispiel-Szene: „Familie K. aus Hamburg kommt seit 2015 jeden August. Immer Zimmer 12. Die Kinder messen sich am Türrahmen der Eingangstür – wir lassen die Markierungen stehen. Dieses Jahr hat der Älteste seinen Vater überholt.”

Solche Geschichten kommunizieren subtil, dass Gäste wiederkehren, dass Vertrauen herrscht, dass hier mehr passiert als ein käufer-Verkäufer-Verhältnis.

Herkunft von Produkten & regionale Partner

Die Story hinter dem Frühstücksei, dem Brot, dem Käse oder dem Wein ist Gold wert.

Beispiel: „Unseren Käse beziehen wir seit 2010 von der Sennerei Huber im Nachbardorf. Josef Huber beliefert nur drei hotels in der Region – und er kennt jede seiner Kühe mit Namen.”

Solche Stories transportieren werte wie Nachhaltigkeit, Regionalität und Verantwortung, ohne diese Worte je plakativ zu verwenden. Sie sind gleichzeitig hervorragendes Material für Hotel Branding auf allen Kanälen.

Jahreszeiten-Stories & Rituale im Haus

Rituale sind wiederkehrende Story-Anker, die Gäste mit dem Hotel verbinden.

Ideen:

  • Advent: Plätzchenbacken mit der Gastgeberfamilie
  • Sommer: Grillabend am See jeden Donnerstag
  • Winter: Der erste Schneetag – wenn alle Gäste spontan nach draußen gehen
  • Januar: „Lichtfest”, bei dem Gäste gemeinsam Kerzen anzünden

Kommunizieren Sie diese Rituale jährlich – im Newsletter, auf Social media, auf der website. So entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit und „Heimkommen”.

Storytelling & Conversion: Wie Geschichten Buchungen beeinflussen

Von der ersten Inspiration bis zum Klick auf den „Buchen”-Button begleitet die Markengeschichte die Entscheidung. Storytelling Hotel ist kein Selbstzweck – es dient einem klaren ziel: Verbraucher zu Gästen machen.

Geschichten reduzieren Unsicherheiten. Ein potenzieller Gast fragt sich: „Ist das Hotel wirklich kinderfreundlich? Werden wir uns dort wohlfühlen?” Eine Story über eine Familie mit drei Kindern, die dort ihren zehnten Sommerurlaub verbringt, beantwortet diese Fragen besser als jede feature-Liste.

Die Customer Journey in der Hotellerie:

  1. Inspiration: Gast sieht Post auf Instagram, liest Blogbeitrag
  2. Beziehung: Gast abonniert Newsletter, folgt dem Profil
  3. Vertrauen: Gast erkennt konsistente Werte, fühlt sich angesprochen
  4. Buchung: Gast entscheidet sich – oft trotz höherem Preis
  5. Wiederbuchung: Gast wird zum Stammgast und Markenbotschafter

Ein konkretes Beispiel: Eine Mutter liest im Blog die Geschichte über Familienurlaub im April – wie die Kinder im Streichelzoo standen, während die Eltern in Ruhe Kaffee tranken. Sie erkennt sich wieder, spürt „Da passe ich hin” – und bucht direkt, ohne drei Preisvergleichsportale zu checken.

Vom ersten Kontakt zur Buchung: Emotion als Entscheidungshelfer

Fakten wie Preis und Lage werden rational geprüft. Aber Emotionen kippen die Entscheidung.

Stellen Sie sich zwei Hotel-Websites mit ähnlichen Preisen vor. Die eine listet Zimmergrößen und Sternekategorien auf. Die andere erzählt die Story einer Familie, die das Hotel vor 40 Jahren gegründet hat, zeigt echte Fotos der Gastgeber, beschreibt den Moment, wenn Gäste morgens die Vorhänge öffnen und die Berge sehen.

Welche website löst das Gefühl aus: „Hier passen wir hin”?

Prüfen Sie Ihre wichtigsten Buchungspfade – Website, Anfrage-Mail, Telefon – auf emotionale Brüche. Wo fällt die story ab? Wo wird es plötzlich technisch und kalt?

Best Practices & typische Fehler im Hotel-Storytelling

Storytelling ist ein starkes Werkzeug – aber es wirkt schnell unglaubwürdig, wenn es falsch eingesetzt wird. Branding Kampagnen scheitern nicht an mangelnden Budgets, sondern an mangelnder Authentizität.

Typische Fehler: Von Fake-Stories bis Gäste-Unsichtbarkeit

Fake- oder geschönte Geschichten: Nachhaltigkeit erzählen, aber sichtbar nicht leben. Regionale Küche versprechen, aber Tiefkühlprodukte servieren. Der Vertrauensverlust wiegt schwerer als jeder kurzfristige Marketing-Erfolg.

Nur über das Hotel reden: Quadratmeter, Ausstattung, Awards – aber kein Wort über das Gasterlebnis. Das bleibt emotional kalt. Gäste wollen sich in der Story wiederfinden, nicht die Werbebotschaft eines unternehmen hören.

Inkonsistente Story über Kanäle hinweg: Die Website wirkt ruhig und hochwertig, Social Media laut und billig. Das Markenimage zerfällt. Die Führung der Marke erfordert Konsistenz.

Zu komplizierte Story-Strukturen: Gäste brauchen klare, einfache Botschaften und Bilder. Keine verschachtelten Erzählungen über fünf Generationen mit zehn Nebenfiguren.

Best Practices: So wird Storytelling Teil Ihrer Markenführung

Zentrale Brandstory schriftlich definieren: Maximal 1–2 Seiten, die die Kern-Story, die markenwerte, den Tonfall und die zentralen Figuren festhalten. Dieses Dokument wird intern geteilt und dient als Leitplanke für alle Kommunikation.

Team einbeziehen: Mitarbeiter sind Markenbotschafter. Ermutigen Sie sie, ihre Geschichten einzubringen. Die Rezeptionistin hat andere Geschichten als der Koch – beide sind wertvoll.

Redaktionsplan aufsetzen: Pro Monat 1–2 Kern-Stories (Mitarbeiter, Gastmoment, Ritual, Produkt) definieren und über verschiedene Kanäle ausspielen. So entsteht Strategie statt Zufall.

Story-Notizbuch an der Rezeption: Notieren Sie besondere Momente, Gästezitate, kleine Beobachtungen. So sammeln Sie authentisches Material für zukünftige Stories.

Co Branding mit regionalen Partnern: Geschichten über lokale Produzenten, Handwerker oder Künstler stärken beide Seiten und schaffen Glaubwürdigkeit.

Die funktion von strategischem Storytelling ist klar: Geschichten werden bewusst gewählt, die zur markenstrategie passen – nicht zufällig erzählt, was gerade passiert.

Abschluss & Motivation: Ihre Hotelmarke ist eine geschichte, die nur Sie erzählen können

Markenentwicklung in der Hotellerie lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Identität + Emotion + Vertrauen. Storytelling ist der lebendige Motor, der diese drei Elemente verbindet und in die welt trägt. Es ist kein Luxus für große Ketten, sondern der natürliche Vorteil familiengeführter hotels – denn dort existieren die echten Geschichten bereits.

Ihre Gäste suchen nicht nur ein Zimmer. Sie suchen einen Ort, an dem sie sich verwandeln können – von gestresst zu ruhig, von distanziert zu verbunden, von erschöpft zu lebendig. Ihr Hotel kann dieser Ort sein. Aber nur, wenn Sie die story erzählen.

Hier ist Ihr erster Schritt: Formulieren Sie innerhalb der nächsten Woche Ihre brand story in 5–7 Sätzen. Nicht perfekt, nicht geschliffen – aber ehrlich. Fragen Sie sich: Wofür steht unser Haus? Was verändert sich für Gäste, die zu uns kommen? Welche Figuren, Orte und Momente machen uns unverwechselbar?

Dann machen Sie diese Story sichtbar – auf Ihrer Website, in Ihrer nächsten Mail, im nächsten Gespräch mit einem Gast.

Konsequentes, ehrliches Storytelling zieht langfristig mehr passende Gäste an. Menschen, die Ihre werte teilen. Menschen, die wiederkommen. Menschen, die zu markenbotschafter werden und anderen von Ihrem Hotel erzählen.

Denn das ist der sinn von Markenentwicklung: Nicht allen gefallen – aber den Richtigen unersetzlich werden.

Ihre Hotelmarke ist eine Geschichte. Und nur Sie können sie erzählen.

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